Dekarbonisierung Vertrieb – Definition und Ansatzpunkte

vertrieb 31. Mai 2022

Dekarbonisierung, also die Reduzierung des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid, ist ein Thema, das zunehmend an Relevanz gewinnt. Egal, ob in der Stadt oder auf dem Land, ob in großen oder kleinen Unternehmen und ob im Industrie- oder Dienstleistungssektor, alle gesellschaftlichen Teilbereiche sind zu einer Hinterfragung gegenwärtiger Prozesse und Abläufe aufgerufen.

Dabei stellt der moderne Vertrieb einen Ansatzpunkt zur Abmilderung des Klimawandels dar, der häufig übersehen wird, obwohl hier verhältnismäßig einfach eine große Menge an CO2-Emissionen eingespart werden kann. Digitale Technologien bieten dabei nicht nur Gelegenheiten, das Klima zu schützen und Vertriebsmitarbeiter zu entlasten, sondern stellen auch eine nachhaltige Schonung von Unternehmensressourcen in Aussicht.

Doch in welcher Form lässt sich die Energiewende im Vertrieb im besten Fall realisieren? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen den Herausforderungen und Chancen des digitalen Vertriebs konkret begegnen kann, wie viel Kohlenstoffdioxid dabei genau eingespart wird und warum sich Dekarbonisierung auch für eine bessere Mitarbeiterbindung als lohnend darstellt.

Definition: Was ist Dekarbonisierung?

Der Begriff "Dekarbonisierung" setzt sich zusammen aus dem Begriff "Carbon", dem lateinischen Ausdruck für Kohlenstoff, sowie der Vorsilbe "De", die auf die Aufhebung oder Rückgängigmachung eines Vorgangs hinweist. Das DWDS definiert den Vorgang der Dekarbonisierung dabei als:

Umstellung von Prozessen, bei denen viel Kohlendioxid freigesetzt wird, auf Verfahren, die weniger oder kein Kohlendioxid freisetzen oder Kompensation des CO₂-Ausstoßes durch Einsparungen an anderer Stelle oder Investitionen in Klimaschutzprojekte. (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache)

Ziel der Dekarbonisierung ist die Reduzierung von Treibhausgasen, um deren Anreicherung in der Atmosphäre zu verhindern und damit den menschengemachten Klimawandel zu verlangsamen beziehungsweise zu stoppen. Im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens, des European Green Deals sowie des Bundes-Klimaschutzgesetzes, wurde diesen Absichten ein zeitlicher Rahmen inklusiver messbarer Größen gegeben.

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Im Falle der Bundesregierung bedeutet das die Festlegung der vollständigen Klimaneutralität für das Jahr 2045 und die Absteckung von Etappenzielen, beispielsweise für verschiedene Sektoren. Für die Industrie wurde so etwa eine Verminderung der Emissionen von mehr als 50% gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 bestimmt.

Zur Umsetzung der Klimaziele sowie der Transformation der Wertschöpfungskette sind jedoch sämtliche Akteure und Branchen in Deutschland aufgerufen. Dadurch sind Ansatzpunkte nicht nur in der industriellen Fertigung zu suchen, sondern beispielsweise auch im modernen Vertrieb.

Gute Gründe: Warum lohnt sich Dekarbonisierung?

Für Unternehmen kann sich die Erreichung von Klimaneutralität aus verschiedenen Gründen lohnen, da mehrere Akteure zugleich Druck auf die Wirtschaft ausüben. Dabei spielen nicht nur juristische Vorgaben, sondern auch Konsumentenvorlieben sowie die Interessen der eigenen Belegschaft eine Rolle.

Governance

Auf die gesetzlichen Bestimmungen hin zu Klimaschutz und Dekarbonisierung ist bereits verwiesen worden. Mit dem Klimaschutzgesetz von 2021 wurden die ambitionierten Vorgaben dabei sogar noch einmal verschärft, nachdem das Bundesverfassungsgericht kritisiert hatte, dass die Last des Klimaschutzes auf nachfolgende Generationen übertragen werde. Für Unternehmen bietet sich hier deshalb keine andere Möglichkeit, als alle Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und eine Strategie hin zu nachhaltigen Lösungen zu entwickeln.

Konsumenten

Auch auf Seiten der Kunden und Konsumenten von Produkten und Dienstleistungen zeichnet sich gegenwärtig ein Wandel des Kaufverhaltens in Bezug auf Nachhaltigkeit ab. Der Trend zu mehr Klimaschutz ist dabei auch statistisch nachweisbar.

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So ermittelte etwa das Umweltbundesamt in einer Studie, dass die Umsätze ausgewählter "grüner Produkte" zwischen 2011 und 2017 um mehr als 70 Prozent gesteigert werden konnten. Ein Zuwachs war dabei branchenübergreifend für alle Lebensbereiche von Ernährung, über Mobilität und Wohnen bis hin zu Konsumgütern zu verzeichnen.

Investoren

Ergänzend dazu sind auch nachhaltige Geldanlagen bei Privatanlegern derzeit stark gefragt. Entsprechend äußerten 2021 über 40 Prozent der Privatanleger, dass es ihnen wichtig sei, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die nachhaltig wirtschafteten.

Doch neben Kleinanlegern orientieren sich auch immer häufiger weltweite Fonds an Nachhaltigkeitskonzepten wie den ESG-Kriterien, die unter anderem auch den Umweltschutz von Unternehmen in den Blick fassen. So stieg die Anzahl von Fonds mit dem Nachhaltigkeitssiegel in den letzten Jahren kontinuierlich an.

Mitarbeiter

In Unternehmen steht für viele Mitarbeiter heute nicht mehr allein das Produkt, sondern auch der Zweck ihrer Arbeit im Mittelpunkt. Dieser Purpose beziehungsweise Sinn, den ein Unternehmen für die Welt hat, wird hinterfragt und an einen zufriedenstellenden Arbeitsplatz gekoppelt. Die Orientierung an Klimaneutralität und Dekarbonisierung kann hier eine Forderung der Belegschaft sein, um einen übergeordneten Sinn in der eigenen Wertschöpfung zu verorten.

Unternehmen

Zuletzt lassen sich jedoch auch unternehmensintern Gründe für eine Dekarbonisierung finden. So bietet beispielsweise eine moderne, digitale Ausrichtung des Vertriebs die Gelegenheit, Ressourcen zu schonen, indem der kraftstoffintensive Außendienst virtuell substituiert wird. Auch in anderen Bereichen schont die energiesparende Wirtschaftsweise nicht nur das Weltklima, sondern auch die finanziellen Mittel von Unternehmen.

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Gleichzeitig vertreten viele Unternehmer hohe gesellschaftliche Werte und haben das Bedürfnis, einen Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten. In der Klimaneutralität findet sich dabei sowohl die Gelegenheit, sozialen und technischen Fortschritt zu erzielen, als auch den Schutz der Umwelt und damit des Unternehmensstandorts zu ermöglichen.

Ansatzpunkte: Welcher Weg zur Klimaneutralität?

Das Ziel ist klar, der Weg zur Erreichung jedoch oft müßig. Dabei erlauben nicht nur konventionelle Möglichkeiten, die Dekarbonisierung voranzutreiben. Auch im Vertrieb der meisten Unternehmen bieten sich Chancen, Ressourcen zu schonen und den CO2-Ausstoß zu senken.

Allgemeine Möglichkeiten

Beispielhaft für den industriellen Sektor erklärt das Umweltbundesamt, welche Stellschrauben sich bewegen lassen, um eine Energiewende in Unternehmen herbeizuführen. Potenziale werden hier insbesondere in drei Bereichen ausgemacht – der Vermeidung von Emissionen, dem Einsatz erneuerbarer Energie sowie der Prozessoptimierung.

1. Vermeidung von Treibhausgasemissionen

Die Verringerung des CO2-Ausstoßes kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Unter dem Stichwort "Effizienz" werden dabei jene Vorgänge subsumiert, die eine niedrigere Emission von Treibhausgasen nach sich ziehen. Hier steht eine Optimierung von vorhandenen Lösungen im Mittelpunkt, die in der Masse Energie einsparen können. Beispielhaft zu nennen wäre der Einsatz von Energiesparbirnen oder eine energieeffiziente Bauweise.

Auch mithilfe von Suffizienz kann ein Schritt zur Klimaneutralität gegangen werden, indem generell weniger konsumiert und damit auch produziert wird. So kann etwa anstelle einer eigenen Anschaffung von Werkzeug eine Ausleihe genutzt und statt eines eigenen Autos auf Carsharing gesetzt werden.

2. Substitution von Techniken und Produkten

Neben der Vermeidung von Emissionen kann auch auf die Substitution von Techniken und Produkten zugunsten von treibhausgasneutralen oder treibhausgasarmen Prozessen gesetzt werden. Hier steht grundsätzlich keine Abschaffung oder Verringerung, sondern eine Veränderung von Vorgängen im Mittelpunkt.

Als Beispiel kann hier die erneuerbare Energiegewinnung genannt werden, die als Ersatz für fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas dient und Strom aus Wind, Sonne und Wasser generiert. Doch auch kompostierbare Produkte und essbare Verpackungen stellen Möglichkeiten der Substitution dar.

3. Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre

Zuletzt kann, wenn sich ein Ausstoß nicht grundsätzlich vermeiden lässt, auch bereits ausgestoßenes Kohlenstoffdioxid wieder aus der Erdatmosphäre entfernt werden. Da dieser Vorgang sich häufig aufwendiger in der Realisierung darstellt, bietet es sich für gewöhnlich an, generell schon einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen zu forcieren.

Die wohl bekannteste Technik, eine Reduktion der Emissionen in der Atmosphäre zu erzielen, besteht in der Aufforstung und Wiederaufforstung von Wäldern, die im Zuge der Photosynthese CO2 in Sauerstoff umwandeln. Doch auch aus der Umgebungsluft kann mithilfe von Abscheidungs- und Speicherungsverfahren Kohlenstoffdioxid entzogen werden.

Energiewende im Vertrieb

Obwohl es auf den ersten Blick womöglich nicht so erscheint, eröffnet der moderne Vertrieb enorme Einsparpotenziale für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Dabei kann durch neuartige Technologien nicht nur Kraftstoff eingespart werden, denn auch Produktionskapazitäten lassen sich mithilfe von virtuellen Produktpräsentationen schonen.

1. Einsparung von Kraftstoffen

Bereits ein Vertriebsmitarbeiter im Außendienst kann pro Jahr über eine Tonne an klimaschädlichen CO2-Emissionen verursachen. In einem Unternehmen mit fünf Außendienstlern entstehen so bei 20.000 gefahrenen Kilometern 16 Tonnen Kohlenstoffdioxid, die Klimawandel und Erderwärmung verstärken. Mit unserem Rechner ermitteln Sie in wenigen Sekunden, wie groß der Ausstoß von Treibhausgasen in Ihrem Vertriebsteam ist:

Dabei ist ein persönlicher Vertrieb heute nicht auf den klassischen Außendienst angewiesen. Mithilfe eines sogenannten Sales Hubs lässt sich beispielsweise das Kundengespräch in einen virtuellen Showroom verlagern, in dem sich Vertriebsmitarbeiter und Kunde treffen sowie frei bewegen können. Mithilfe eines Videochats kann hier ein persönliches Verkaufsgespräch geführt werden, das gleichzeitig den CO2-Ausstoß reduziert und damit das Klima schützt.

Vorteilhaft wirkt sich zusätzlich aus, dass auch Kosten eingespart werden können, indem Dienstwagen obsolet werden und Vertriebsmitarbeiter durch die effiziente Zeitnutzung mehr Termine an einem Tag wahrnehmen können. Klimaschutz mischt sich hierdurch nachhaltig mit wirtschaftlichem Denken.

In einem virtuellen Showroom lassen sich Produkte digital nicht nur zeigen, sondern beispielsweise auch vermessen.

Auch ein Webinar für die Verkäufe am Point of Sale kann mithilfe moderner Medien von Vertriebsmitarbeitern direkt aus dem Unternehmen aufgenommen und flächendeckend ausgespielt werden. Gleiches gilt für Showrooms, innerhalb derer Produkte direkt im idealen Ausstellungskontext dargestellt werden können.

Durch ein solches Vorgehen wird auch auf indirekten Vertriebswegen der Ressourcenverbrauch minimiert, ohne dass die Beratung und Betreuung des Kunden dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Gegenteil: Eine erfolgreich umgesetzte Digitalisierung im Vertrieb kann sich nachhaltig positiv auf die Kundenbeziehungen auswirken, weil durch Sie komfortable und gleichzeitig eindrückliche Erlebnisse geschaffen werden können.

2. Einsparung von Produktionskapazitäten

Gleichzeitig eröffnet der moderne Vertrieb auch neue Perspektiven auf Lieferketten, die sich mithilfe von geschickter Planung und virtuellen Präsentationen wesentlich schonender gestalten lassen können. So bleiben in Deutschland jedes Jahr im Schnitt etwa 230 Millionen Textilien unverkauft, die in der Folge im Müll landen oder als Billigware ins Ausland verbracht werden.

Solche Produktionsüberschüsse lassen sich mithilfe eines modernen Vertriebskonzepts minimieren, indem Produkte in Form von dreidimensionalen Modellen bereits in virtuellen Showrooms ausgestellt werden, noch bevor sie in Serie gehen. Kunden haben so die Möglichkeit, Artikel vorzubestellen, sodass der Absatzmarkt für Unternehmen deutlich klarer wird.

Das Düsseldorfer Modelabel "fakts" konnte in seinem virtuellen Showroom bereits Produkte ausstellen, die noch vor Abschluss der Produktion standen.
Das Düsseldorfer Modelabel "fakts" konnte in seinem virtuellen Showroom bereits Produkte ausstellen, die noch vor Abschluss der Produktion standen.

Dreidimensionale Modelle sind gleichzeitig ein Game-Changer für den "On-Demand"-Handel, der auch aus Kostengründen immer häufiger in Unternehmen eingeführt wird. In der Buch-Branche, die traditionell auch ohne detaillierte Produktpräsentationen auskommt, wird dieses Konzept schon seit Jahren in mehr und mehr Verlagen erfolgreich umgesetzt.

"On-Demand"-Produkte werden dabei nur dann produziert, wenn sich ein Kunde tatsächlich für den Kauf entscheidet. Der moderne digitale Vertrieb ermöglicht es in diesem Rahmen, einen detaillierten Showroom für Angebote zu schaffen, der jederzeit von überall besucht werden kann.

Fazit: Erfolgreiche Dekarbonisierung im Vertrieb

Die Energiewende in Deutschland liegt nicht allein in der Verantwortung von Energieunternehmen und Industrieproduzenten. Nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind von den Vorgängen der Dekarbonisierung betroffen, weshalb auch der moderne Vertrieb sich Fragen nach grüner Energie und klimaneutralen Lösungen stellen muss.

Dabei bietet die Dekarbonisierung im Vertrieb nicht nur die Gelegenheit, den CO2-Fußabdruck des eigenen Unternehmens zu reduzieren, sondern auch Kosten zu senken, effizienter zu planen, ein persönlicheres Kundenerlebnis zu ermöglichen und attraktiver für Markt und Mitarbeiter aufzutreten. Somit wird neben dem Schutz der Erde im besten Fall der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt.

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