Was ist Immersion und wie können Unternehmen profitieren?

technologie 10. Feb. 2022

Künstlich erschaffene Welten fesseln Menschen seit Jahrtausenden. Von den Höhlenmalereien der Altsteinzeit, über die Deckenfresken der sixtinischen Kapelle bis hin zu den dreidimensionalen Höhenflügen in Avatar – seit jeher tauchen wir in fremde Umgebungen ein und verdrängen die Realität dabei oft vollständig . Solche Immersionen erreichen in Form von Virtual- und Augmented-Reality-Umwelten eine neue Qualität und könnten mithilfe eines Metaverse sogar die Erschaffung einer Parallelwelt nach sich ziehen.

Für Unternehmen stellt die Weiterentwicklung immersiver Umgebungen eine einzigartige Chance dar, Produkte erfahrbar zu machen, potenzielle Kunden zu begeistern und physische Grenzen der realen Welt zu überwinden. In diesem Blogbeitrag  erfahren Sie dazu nicht nur, welche verschiedenen Formen von Immersion unterschieden werden, sondern auch, wie eine immersive Umgebung im konkreten Anwendungsfall des virtuellen Showrooms aussehen kann.

Was ist Immersion?

Der Begriff "Immersion" bezeichnet den kognitiven Zustand, in dem eine künstliche beziehungsweise virtuelle Welt als real empfunden wird und den Nutzer vollständig eintauchen lässt. Das Cambridge Dictionary definiert den Effekt dabei als:

the fact of becoming completely involved in something.

Der Grad der Involviertheit hängt dabei von der Dauer und der Intensität der immersiven Erfahrung ab. Je größer dieser ist, desto stärker verliert der Betrachter das Bewusstsein dafür, sich in einer künstlichen Welt zu befinden und erlebt eine Form von eigener Präsenz. Dadurch ist es auch möglich, dass nach dem Auftauchen aus der virtuellen Realität erst eine Gewöhnung an die reale Welt einsetzen muss.

Mentale Immersion

Bis ins letzte Jahrhundert hinein waren die meisten Erfahrungen des Eintauchens von mentaler oder passiver Immersion geprägt. Das Erleben spielt sich dabei in erster Linie in der Vorstellungskraft des Rezipienten ab und wird nicht durch körperliche Interaktionsmöglichkeiten stimuliert.

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Beispiele für künstliche Welten, die eine mentale Immersion erlauben, sind beispielsweise Filme, Bücher, Gemälde oder auch mündlich vorgetragene Erzählungen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie die Gedanken und Vorstellungskraft des Betrachters anregen

Um eine mentale Immersion zu erzielen, ist eine künstliche Welt insbesondere auf eine fesselnde Geschichte angewiesen, die den Zuschauer oder Leser die reale Welt vergessen lässt. Dadurch, dass er jedoch jederzeit seinen Blick abwenden kann, ist die Erfahrung nur bis zu einem bestimmten Grad steigerbar.

Physikalische Immersion

Ein höherer Grad von Involviertheit kann über die mentale Immersion hinaus durch eine physikalische Immersion erreicht werden. Dabei wird beispielsweise ein Film in einer 360-Grad-Umgebung dargestellt, die es dem Zuschauer nicht mehr erlaubt, den Blick vom Geschehen abzulenken. Hierbei kann man bereits ohne eine Storyline ein Eintauchen in die virtuelle Welt erreichen, da die Perspektive als sehr realitätsnah empfunden wird.

Durch physische Interaktionsmöglichkeiten wie Controller oder VR-Brillen kann der Effekt der Immersion zusätzlich gesteigert werden. Anders als bei Gemälden oder in Filmen verstärkt sich hier das Gefühl, in ein Geschehen einzutauchen, da – wie in der Realität auch – Einfluss auf die Umwelt genommen werden kann. Auch spezielle Untergründe, Soundsysteme oder Handschuhe mit haptischem Feedback können eine Immersion hervorrufen.

Nutzen von Virtual Reality für Unternehmen

Obwohl immersive virtuelle Umgebungen (engl. immersive virtual environments) in erster Linie der Unterhaltung dienen, können auch Unternehmen einen Vorteil aus den Möglichkeiten einer fesselnden Darstellung von Inhalten ziehen. Wir möchten Ihnen insbesondere das Beispiel eines virtuellen Showrooms vorstellen, der die realitätsnahe Produktpräsentation in einer virtuellen Umgebung erlaubt und die Möglichkeiten des virtual Sellings wesentlich verbessert.

Virtueller Showroom des Hemden- und Relaxware-Labels "fakts" aus Düsseldorf
Virtueller Showroom des Hemden- und Relaxware-Labels "fakts" aus Düsseldorf

Innerhalb eines virtuellen Showrooms wird in einer dreidimensionalen Umgebung für den Betrachter der Eindruck eines realen Verkaufsstandes erzeugt. Mithilfe eines Computers, eines Smartphones oder einer VR-Brille kann er durch den Raum navigieren und über sogenannte "Touchpoints" Informationen über das Unternehmen und die angebotenen Produkte beziehen.

Optimierung der Verkaufsgespräche

Der Vertriebler kann den Kunden dabei durch den virtuellen Raum begleiten und dessen Interessen und Vorstellungen von dem Produkt kennenlernen, während dieser mit seiner Umgebung interagiert. Doch auch, wenn keine personalisierte Führung durch den Showroom möglich ist, erlauben Tracking-Technologien, festzustellen, welche Bereiche und Gegenstände sich Kunden detaillierter angesehen haben.

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Zusätzlich kann der Vertriebler den potenziellen Kunden jederzeit von überall kontaktieren und auch der Kunde kann den Verkaufsraum – so oft er möchte – ohne räumliche oder zeitliche Beschränkungen besuchen. Bei einer neuen Kollektion kann dann eine Aktualisierung des vorhandenen Raumes genügen und der Betrachter findet sich beim Klick auf den Link in seiner gewohnten Verkaufsumgebung wieder.

Ein virtueller Showroom muss dabei  keinem anderen gleichen, sodass für verschiedene Zielgruppen auch verschiedene Verkaufsräume geschaffen werden können. Die Kundenerfahrung wird dadurch enorm individualisiert und mit relevanteren Inhalten angereichert, was auch den Grad an Immersion steigern kann.

Schonung von Ressourcen und Überwindung physikalischer Grenzen

Darüber hinaus erlauben virtuelle Verkaufsräume die Überwindung physikalischer, finanzieller oder räumlicher Grenzen, sodass Produkte erfahrbarer werden können. Besonders fein gefertigte Teile, wie etwa das Innenleben einer Uhr, können auf klassischen Messen nicht ohne weiteres von allen Besuchern betrachtet, in virtuellen Verkaufsräumen allerdings überlebensgroß dargestellt werden.

Ebenso kann die Visualisierung umfangreicher Maschinen Unternehmensressourcen schonen, weil für sie auf Messehallen keine Flächen mehr angemietet und sie nicht mehr bewegt werden müssen. Einige besonders große Produkte oder auch gefährliche Stoffe können zudem nicht immer in klassischen Messehallen oder an anderen Verkaufspunkten präsentiert werden, sodass eine Erfahrung durch den Kunden erst mithilfe von Immersion ermöglicht wird.

Der oben vorgestellte Showroom des Unternehmens fakts zeigte außerdem digitale Zwillinge von Hemden, die noch vor dem Abschluss ihrer Produktion standen. Dadurch konnten potenzielle Kunden schon wesentlich früher einen Eindruck von der aktuellen Kollektion erhalten und der Hersteller die Nachfrage deutlich besser abschätzen.

Kontextpräsentationen von Produkten

Nicht zuletzt wird mithilfe der Immersion für die Betrachter der Eindruck erweckt, sich in einem tatsächlichen physischen Raum zu befinden. Die Präsentation von Produkten kann dadurch – etwa im Gegensatz zu einer klassischen analogen Messe oder einem Ladengeschäft – im Rahmen des tatsächlichen Anwendungskontextes erfolgen.

Kleine Wolke, ein Hersteller von Heimtextilien, erschuf beispielsweise ein vollständig eingerichtetes virtuelles Badezimmer, in dem die eigenen Produkte im konkreten Anwendungsfall dargestellt werden können. Der potenzielle Kunde bekommt damit sofort einen Eindruck, in welche realen Umgebungen die Kollektionen passen würden und wie eine vollständige Einrichtung aussehen könnte.

Der Hersteller von Badezimmertextilien "kleine Wolke" zeigt seine Produkte im konkreten Anwendungsfall
Der Hersteller von Badezimmertextilien "kleine Wolke" zeigt seine Produkte im konkreten Anwendungsfall

Was für den Bereich von Textilien gilt, ist natürlich ebenso für Hersteller anderer Produkte von Relevanz. Egal ob Maschinen, Möbel oder Dienstleistungen für nahezu jedes Angebot kann ein spannender Anwendungskontext dargestellt werden. Der Kreativität sind im virtuellen Showroom keine Grenzen gesetzt.

Immersive Erfahrungen erzeugen

Um fesselnde Virtual-Reality-Umgebungen zu erschaffen,  bedarf es vor allem der Berücksichtigung zwei verschiedener Elemente. Zum einen ist das die Illusion, sich nicht mehr in der tatsächlichen Umgebung zu befinden, zum anderen die Vorstellung, die Ereignisse in der virtuellen Realität passierten wirklich.

Immersion durch Ortsillusionen

Die Ortsillusion beschreibt das Gefühl des Nutzers immersiver Technologien, sich tatsächlich an einem anderen Ort zu befinden. Je mehr Sinne dabei eingebunden werden, desto schneller und umfangreicher kann die Ausblendung der tatsächlichen Realität erfolgen.

Zur Erzeugung einer Ortsillusion kann es hilfreich sein, die reale Welt so getreu wie möglich nachzubilden und damit einen virtuellen Zwilling zu erschaffen. Denken Sie beispielsweise an die Hemden der Marke fakts, die uns als echt erscheinen, in der Wirklichkeit allerdings noch vor Abschluss der Produktion standen.

Immersion durch Plausibilitätsillusionen

Die Plausibilitätsillusion setzt auf einer weiteren Ebene an und beschreibt das Gefühl des Nutzers, die Ereignisse innerhalb der simulierten Umgebung seien real. Um hier eine Immersion zu erzeugen, kommt es insbesondere auf die räumlichen Details sowie die Kunst des Storytellings an.

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Es gilt bei der Produktion einer virtuellen Realität beispielsweise im Hinterkopf zu behalten, dass der Nutzer die gesamte Umgebung betrachten kann und somit alles sieht, was klassischerweise "hinter" der Kamera passiert. Bei Filmen birgt dieser Umstand zusätzlich das Problem, dass der Blick des Zuschauers nicht auf eine bestimmte Szene gelenkt bleiben muss, sondern sich frei bewegen kann. Es muss deshalb immer klar ersichtlich sein, wo sich das relevante Geschehen abspielt.

Im Rahmen des Storytellings muss sich darüber hinaus die Frage gestellt werden, ob es eine Geschichte gibt und wie umfangreich diese ist. Innerhalb eines virtuellen Showrooms oder der Visualisierung einer Landschaft ist dieser Gedanke zwar eher zweitrangig, im Gaming-Bereich dafür aber beispielsweise umso wichtiger.

Die Zukunft der Immersion

Immersionen fesseln Menschen seit Jahrhunderten, stehen heute durch neue technische Möglichkeiten im Rahmen von Virtual Reality und Augmented Reality aber an einem Scheideweg. Verbesserte Rechenleistungen, innovative Ideen und die Anforderungen einer zunehmend globalisierten Welt treiben die Entwicklungen immer weiter voran. Im Rahmen eines Metaversums wird sogar der Gedanke forciert, eine virtuelle Realität zu schaffen, die als gleichwertiger Zwilling der tatsächlichen Welt fungieren kann.

Wie die Zukunft auch aussehen mag: Innovative Unternehmen können die Chancen von Immersion schon heute nutzen, um ihre Produkte für Kunden erfahrbarer zu machen, physikalische und monetäre Grenzen zu überwinden und ihre Verkaufserfolge zu verbessern.

Haben auch Sie Interesse daran, ihren Umsatz mit einem virtuellen Showroom zu steigern und gleichzeitig Unternehmensressourcen zu schonen? Das Team von enra steht Ihnen jederzeit bei der Konzeption und Umsetzung ihrer Virtual-Selling-Strategie zur Seite.

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